E-CALL

Digitaler Schutzengel


Dramatische Minuten mit glimpflichem Ausgang: Der Stuttgarter Marcus Spickermann und seine Familie sind mit ihrem Mercedes E-Klasse Kombi von der Autobahn abgekommen und verunglückt. Bei dem Unfall läuft die Rettung durch das eCall Notrufsystem von Bosch wie im Lehrbuch ab. Eine Rekonstruktion:
 

31. Januar 2013 – 18.57 Uhr

Die Familie startet im schwarzen Mercedes E-Klasse Kombi in Hagen. Die damals zwei und fünf Jahre alten Kinder schlafen schon nach wenigen Minuten in ihren Kindersitzen ein.

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19.45 Uhr

Das Wetter wird schlechter. Die Temperatur sinkt auf sechs Grad Celsius. Es beginnt zu graupeln. Die Autobahn A45 zwischen Dortmund und Aschaffenburg wird zur Rutschbahn.

20.18 Uhr

Der damals 36-jährige Familienvater verringert die Geschwindigkeit. Er fährt mit knapp 80 km/h. Der Regen wird stärker.

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20.20 Uhr

Im Abschnitt zwischen Meinerzhagen und Drolshagen rutscht der Mercedes auf der spiegelglatten Fahrbahn in einer leichten Kurve plötzlich mit dem Heck Richtung Leitplanke. Der Wagen knallt auf den abgeschrägten Beginn der Leitplanke, die wie eine Rampe wirkt. Das Fahrzeug hebt ab, prallt gegen zwei Bäume und stürzt rund 15 Meter eine Böschung hinunter. Das Auto ist von der Straße aus nicht mehr zu sehen.

20.23 Uhr

Im Unfallfahrzeug stehen die Insassen unter Schock. Alle sind bei Bewusstsein. Die Kinder weinen, die Ehefrau hat eine Platzwunde am Kopf. Spickermanns erster Gedanke: „Ich muss einen Krankenwagen rufen.“ Spickermann findet aber sein Handy nicht. Dann blickt er auf das Display des Communication Managements: „Notruf aktiv“.

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20.27 Uhr

Wenig später meldet sich eine Stimme:

„Mercedes-Benz Notrufzentrale.
Uns wurde ein Unfall gemeldet.“


Spickermann: „Ja, wir sind irgendwo im Wald. Wir brauchen Hilfe. Wir hängen mit dem Heck in einem Baum.“

 
Telefon-Agent: „Wir haben Ihre Position. Können Sie sagen, ob jemand verletzt ist?“

 

Spickermann: „Meine beiden Kinder und meine Frau sind mit im Auto. Meine Frau hat eine Platzwunde am Kopf, bei meinen Kindern kann ich es noch nicht sagen.“ 


Telefon-Agent: „Alles klar, die Rettungsdienste sind schon unterwegs. Möchten Sie, dass ich noch dran bleibe?“

 
Spickermann: „Nein, müssen Sie nicht. Ich schaue jetzt nach meiner Familie.“

 

 

Mehr zum Tagesablauf von Telefon-Agent
Sirko Wolff in unserer PDF-Geschichte

20.28 Uhr

Spickermann steigt aus dem Fahrzeug und schaut nach den Kindern. Die Familie hat einen Schutzengel. „Die Gewissheit, dass in diesem Moment Hilfe bereits unterwegs ist, war für mich nach dem ersten Schock unglaublich beruhigend“, erinnert sich Spickermann. Wenig später trifft der erste Rettungswagen an der Unfallstelle ein.

© Märkischer Zeitungsverlag (MZV), Lüdenscheid

20.52 Uhr

In zwei Rettungswagen wird die Familie ins Krankenhaus nach Lüdenscheid gefahren.

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21.21 Uhr

Ankunft in der Notaufnahme. Eine knappe halbe Stunde später hat die Familie Gewissheit: Der Unfall ist glimpflich ausgegangen. Die Familie wird aus dem Krankenhaus entlassen und verbringt die Nacht bei Freunden in Hagen.

Heute

Spickermann: „Der Unfall ist längst vergessen. Wir sprechen darüber eigentlich nicht mehr. Auf eCall im Auto werde ich aber sicher nicht mehr verzichten.“

eCall
Hilfe fürs Leben

 

Den eCall Service von Bosch gibt es seit 2012. Im Falle eines Unfalls wird das Notrufsystem im Fahrzeug automatisch oder manuell aktiviert. Schnelle Hilfe ist dadurch garantiert. Denn nicht selten ist im Unfallfahrzeug das Handy nicht sofort auffindbar.

Inzwischen nutzen rund 1,5 Millionen Fahrzeuge weltweit dieses Notrufsystem, das Bosch in mehr als 30 Ländern und in 16 Sprachen anbietet. Die EU-Kommission schätzt, dass mit eCall-Notrufsystemen, die von 2018 an in der EU gesetzlich in jedem neuen Pkw-Modell vorgeschrieben sind, jährlich bis zu 2500 Menschenleben gerettet werden können. Durch eCall kann sich beispielsweise die Anfahrtszeit der Rettungskräfte um bis zu 50 Prozent verkürzen.

Der eCall sendet unfallrelevante Daten wie Ort, Uhrzeit und Fahrtrichtung per GPS oder SMS an die Notrufzentrale von Bosch. Anschließend wird eine Sprachverbindung mit dem Unfallwagen aufgebaut und bei Bedarf der zuständige Polizei- oder Rettungsdienst alarmiert. Die Notruf-Sicherheits-Leitstelle von Bosch Global Service Solutions bietet neben speziell geschulten Ansprechpartnern einen weiteren großen Vorteil: Die Bosch-Mitarbeiter kommunizieren jeweils in der benötigten Sprache. Das heißt, auch wenn ein Italiener in Spanien verunglückt, wird er über eCall in der voreingestellten Sprache – in diesem Fall italienisch – angesprochen. Und der lokale Rettungsdienst wird auf Spanisch informiert.

Bosch Global Service Solutions

  • Beim Notrufsystem eCall kann es entscheidend sein, die Unfallbeteiligten in ihrer Muttersprache zu kontaktieren – egal, wo sie gerade unterwegs sind. Daher beherrschen wir in der eCall Notrufzentrale von Bosch

    derzeit 16 Sprachen.

  • In

    50 000

     

    Aufzügen sorgt Bosch für schnelle Hilfe im Notfall.

  • Immer wieder sonntags um 22 Uhr geht es in den Leitstellen rund. Denn dann endet das Wochenend-Fahrverbot für Lkw und reihenweise beginnt die Überwachung der Transporte im In- und Ausland.

  • 1,5 Mio.

    Fahrzeuge weltweit nutzen inzwischen den eCall Notruf von Bosch. Und die Zahl steigt. Prognosen zufolge sollen es bis 2018 vier Millionen, bis 2020 sechs Millionen Fahrzeuge sein, die mit eCall Systemen ausgestattet sind.

  • Bereits seit

    1985

    hat Bosch Erfahrung als Betreiber einer Sicherheitsleitstelle mit Kommunikationsdienstleistungen.

  • Rund

    1 600

    Kameras werden von der Video-Leitstelle aus für die Überwachung von beispielsweise Parkplätzen oder Solarparks per Audio-Ansprache und für Wächterkontrollgänge betreut. Rund 1000 davon nutzen Cloud-based Security.